Französischer Nationalfriedhof Notre-Dame-de-Lorette

Vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs war der Hügel von Notre-Dame-de-Lorette aufgrund der auf dessen Gipfel errichteten Kapelle bereits eine bedeutende Pilgerstätte.


Die Gebiete am Nordrand der Hochebene des Artois, die die umliegenden Ebenen und das Kohlebecken des Pas-de-Calais überragen, waren ab Oktober 1914 bis zum Ende des Konflikts von großer strategischer Bedeutung.

 

Wie überall an der Westfront hatten auch hier die deutschen Truppen alle höher gelegenen Punkte bereits von Beginn des Stellungskriegs an besetzt, wodurch die Alliierten gezwungen waren, verlustreiche Angriffe zur Rückeroberung der Höhenlagen durchzuführen.

 

 

Im Artois kämpften von Dezember 1914 bis Oktober 1915 hauptsächlich französische Einheiten. Ab Februar 1916, mit Beginn des deutschen Angriffs auf Verdun, wurden die Franzosen von britischen Truppen abgelöst.

©Soldats allemands dans une tranchées sur le plateau de Notre-Dame-de-Lorette pendant l'hiver 1914-1915 - Fonds documentaire Yves Le Maner
Deutsch Soldaten in einem Graben auf dem Set von Notre-Dame-de-Lorette im Winter 1914-1915 - Dokumentation Yves Le Maner

Die Hochebene von Notre-Dame-de-Lorette war schon am 5. Oktober 1914 von den deutschen Truppen besetzt worden. Diese natürliche Anhöhe (165 m) war unbestreitbar taktisch von hoher Bedeutung. Denn von hier aus konnte man das Gebiet von Arras überwachen und den Zugang zum Kohlebecken verriegeln. Mehr als zwölf Monate lang war die Lorettohöhe Schauplatz heftiger Kämpfe zwischen französischen und deutschen Soldaten. Die während dieses Zeitraums erlittenen Verluste werden auf 100.000 Mann geschätzt.

Nach Kriegsende beschloss man, auf der "blutigen Hochebene" einen großen Friedhof mit einer Fläche von 27 Hektar zu errichten, auf der Basis eines kleinen, 1915 angelegten provisorischen Friedhofs. Notre-Dame-de-Lorette ist heute der größte französische Militärfriedhof. Über 40.000 französische Soldaten sind dort begraben, davon 22.000 nicht identifizierte Gefallene in 8 Beinhäusern. Die sterblichen Überreste stammen von mehr als 150 Friedhöfen der Kampfzonen des Artois, Flanderns und der Yser; ein muslimischer Bereich umfasst 550 Gräber nordafrikanischer Soldaten.