Ursprung des Projekts

Eine einzigartige Einrichtung in der Region Nord-Pas-de-Calais :

Der Regionalrat Nord-Pas-de-Calais unterzeichnete im April 2011 eine Vereinbarung mit dem französischen Verteidigungsministerium über ein umfangreiches Programm zur Inwertsetzung der Erinnerungsorte im Rahmen der Gedenkfeiern zum 100. Jahrestag des Ersten Weltkrieges, und insbesondere des Französischen Nationalfriedhofs Notre-Dame-de-Lorette.

Parallel zum Bau des Rings der Erinnerung durch den Regionalrat hat der Gemeindeverband Lens-Liévin umfassende Erinnerungsarbeit sowie eine Neueinstufung der wichtigsten Stätten in seinem Verwaltungsgebiet durchgeführt.

 

Der Gemeindeverband Lens-Liévin hat den Bau eines großen Interpretationszentrums beschlossen, eine in der Region einzigartige Einrichtung zur Sensibilisierung und Information der Öffentlichkeit (Ortsansässige und Besucher aller Länder). Es ist ein zentraler Bestandteil der "Wege der Erinnerung im Nord – Pas-de-Calais". Auf einer Gesamtfläche von 1.200 m² befinden sich ein 600 m² großer Bereich für die ständige Interpretationsausstellung, ein Animations- und Vermittlungsraum für bis zu 50 Personen, ein Gedenkraum für Recherchen zu den auf dem Ring der Erinnerung eingravierten Namen (Kartei der Soldaten aller Nationalitäten, die in der Region gefallen sind) und eine Auskunftsstelle zum Gedenktourismus.

Aufgrund dieser neuen Einrichtungen und der in einem Umkreis von weniger als 10 km befindlichen Hauptgedenkstätten des Ersten Weltkriegs ist Lens' 14-18 ein unumgänglicher Ausgangspunkt für den Tourismus des Gedenkens im Artois und in Französisch-Flandern.


Ein internationaler wissenschaftlicher Beirat :

In dem Beirat haben französische, britische, belgische und deutsche Wissenschaftler zusammengearbeitet, unter Vorsitz von Yves LE MANER, Geschichtslehrer und -dozent, ausgewiesener Kenner der beiden Weltkriege.

 

Mitglieder des Beirats :

- Piet CHIELENS, Leiter des In Flanders Fields Museum in Ypern

- Arndt WEINRICH, Forscher am Deutschen Historischen Institut Paris.

- François COCHET, Professor an der Universität Lothringen

- Alain JACQUES, Leiter des Amts für Archäologie der Stadt Arras

- William PHILPOTT, Professor am King's College London

Die Recherchen zum Bildmaterial wurden von Yves Le Maner durchgeführt, mit Unterstützung von Yann Hodicq und David Pierru, die dazu vom Gemeindeverband Lens-Liévin beauftragt wurden. Ihnen oblag auch die Aufbereitung des Kartenmaterials. Alle Begleittexte des Interpretationszentrums (Tafeln, Audioführung) wurden vom Vorsitzenden des wissenschaftlichen Beirats verfasst.

 

Das historische Programm, auf dem die Szenografie des Museums von Souchez basiert, ist zugleich übersichtlich, klar und fundiert, zugänglich sowohl für die breite Öffentlichkeit als auch für Sekundarschüler, Gymnasiasten und Studenten. Es bildet eine zusammenhängende Beschreibung der Ereignisse in der Region Nord - Pas-de-Calais zwischen 1914 und 1918.


Moderne Szenografie :

Die Szenografie des Interpretationszentrums von Souchez verwendet Foto- und Filmmaterial als hauptsächliche historische Quelle. Mehr als 5.000 Archivfotografien wurden von etwa dreißig öffentlichen Einrichtungen in der ganzen Welt erworben (Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Kanada, Australien); außerdem sind Fotos aus Privatbeständen zu sehen, die von Kämpfern der verschiedenen kriegsführenden Armeen aufgenommen wurden.

 

Nahezu 400 Fotos sind in Großformat ausgestellt. Sie werden als Quellenmaterial und nicht als Illustration behandelt: sie sind datiert, lokalisiert, analysiert und in den Kontext der Gesamtdarstellung gesetzt. Zudem werden mehrere Ausschnitte aus Stummfilmen im Originalformat gezeigt. Zusätzliche Erläuterungen stehen zur Verfügung. Sie schildern das Umfeld der Kampfzone (Verletzte, Gefangene, Verstärkung), die deutsche Präsenz in den besetzten Gebieten, das Ausmaß der Zerstörungen.

 

Das Interpretationszentrum von Souchez bietet außerdem Raum für die Ausstellung von Gegenständen, die aus Privatsammlungen und staatlichen Museen stammen, einige wurden bei Ausgrabungen im Gebiet der Schützengräben rund um Arras unter Leitung von Alain Jacques gefunden.

 

Diese Exponate werden nicht wie eine starre Sammlung gezeigt, sondern sollen die Verständnisgrundlage liefern, um das Tötungspotenzial der Waffen oder die Bedeutung logistischer Fragen in Bezug auf die hunderttausenden an der Westfront stationierten Soldaten zu begreifen.